A     A     A
…  Nach einem Arztbesuch am Morgen war er zur Polizeiwache gefahren, hatte dort den Zwischenfall gemeldet, und sie befanden sich nun auf dem Weg hinüber zum Tatort. Der Streifenwagen hatte mit Rücksicht auf Hermanns Fußverletzung die Unterführung passiert, war in den steinigen Waldweg eingebogen und stand jetzt unweit der Stelle, an welcher die Frau am gestrigen Tag von Max überrascht und an ihrem Vorhaben gehindert worden war. 
Wie nicht anders zu erwarten, konnten die beiden Beamten, die im übrigen nicht sonderlich viel Interesse zeigten, nichts finden, was zu einer Identifizierung dieser Fremden hätte beitragen können. Keine viertel Stunde später befanden sich alle drei wieder auf dem Rückweg zur Wache. Dort wurden Hermanns Personalien aufgenommen, der Hergang notiert, und damit war die Angelegenheit fürs erste erledigt.

***

   Routiniert öffnete der junge Mann die Seitentür des weißen Lieferwagens, entnahm sorgsam einen blauen Kunststoffbehälter, schloß die Tür wieder und begab sich zum Eingang des Hauses Nr. 79, er wurde bereits erwartet. 
   Elsa Neubarth wohnte alleine in dem großen Gebäude, bei dessen Bau sie selbst mit Hand angelegt hatte. Sie war 61, seit einigen Jahren Witwe, gesund, eine rüstige Person. Nur zum Kochen fehlte ihr meist die Zeit. Zu sehr war sie mit ihren exotischen Pflanzen beschäftigt, mit ihren drei Gewächshäusern im Garten und mit ihrem umfangreichen Freundeskreis. Daher ließ sie sich das Mittagessen in die Wohnung bringen. Auf diese Weise vergeudete sie keine unnötigen Minuten am Herd. Es schmeckte ausgezeichnet, war eine ausgewogene Diät, wurde bis zur Tür gebracht und kostete nicht die Welt. Außerdem konnte sich Elsa Neubarth dieses Vergnügen leisten, ihr verstorbener Mann hatte ihr eine beachtliche Pension hinterlassen. 
   Der Fahrer grüßte freundlich, überreichte Frau Neubarth den blauen Behälter, nahm den leeren vom Vortag entgegen, plauderte noch ein paar Worte mit der Dame und fuhr schließlich weiter. Zum nächsten Kunden. Elsa Neubarth begab sich ins Haus. Es war kurz nach halb eins.

***

   Das hell erleuchtete Speiserestaurant war gegen 20 Uhr 30 zu drei Viertel belegt, Getränke wurden serviert, die emsige Bedienung hatte alle Hände voll zu tun. Ein verführerischer Duft von Wildbret und Pilzen breitete sich unaufhaltsam aus in den Räumen. 
Heute war Freitag, Stammtisch. Hermann und Vera saßen mit fünf weiteren Freunden und deren Ehefrauen am großen Tisch in einer ruhigen Ecke des großen Gasthauses. …
Diese Seite hat mir gefallen - weiter lesen
...war OK - weiter lesen
...sollte überarbeitet werden - weiter lesen
  ◄ zurück blättern  
Beurteilen Sie den Text bitte fair.
Ihre echte Einschätzung hilft dem Autor seine Texte zu verbessern.
332 Leser seit 1. Jan. 2026 für diesen Abschnitt

Noch kein Kommentar zu dieser Seite.
Sei der Erste!
Gedankenaustausch: Hinterlasse dem Autor einen Kommentar.

Bitte Sicherheitskode links abtippen.