Walter zeigte sich über den Zwischenfall maßlos bestürzt, riß sofort eine seiner Flinten aus dem Waffenschrank und war kaum zu bändigen. Augenblicklich wollte er in den Forst hinaus, nachzusehen, ob diese ‚Dame’ vielleicht doch noch zu fassen wäre.
„Es ist schon dunkel“, suchte Hermann ihn zu überzeugen, „die Frau seit mehr als einer Stunde verschwunden. Du hast keine Chance. Auch nicht mit Max. Er ist kein Bluthund. Walter!“
Die Erregung des Freundes wollte sich nicht legen.
„Einen Schraubenschlüssel!“ stieß er zum wiederholten Male kopfschüttelnd hervor.
Betroffen nickte Hermann, auch für ihn selbst war es noch immer nicht zu begreifen, wie knapp er soeben dem Tod von der Schippe gesprungen war.
„Einen solchen Schlüssel trägt man doch nicht zufällig mit sich herum! Und es kann auch kein Zufall gewesen sein, daß diese Frau ausgerechnet dich bedroht hat“, verschaffte Walter seiner Aufregung lautstark Luft.
„Stell jetzt bitte das Gewehr wieder ins Regal und setz dich“, versuchte Hermann den aufgebrachten Freund zu beruhigen, was ihm nur ansatzweise gelang. Schließlich nahm Edith ihrem Gatten entschlossen die Büchse aus der Hand und stellte sie zurück in den Schrank.
„Wir sind nicht im Wilden Westen, Walter“, machte sie ihm klar. „Das ist Sache der Polizei.“ Und an Hermann gewandt fragte sie: „Soll ich einen Streifenwagen rufen?“
Hermann erkannte die Aussichtslosigkeit einer solchen Aktion und verzichtete darauf.
„Es ist stockfinster draußen. Wonach sollen die Beamten suchen? Nach Fußabdrücken? Auf einem Weg, den täglich Hunderte benutzen? Nein, das wäre reine Zeitverschwendung. Ich werde jetzt gehen. Vielen Dank für die ‚Notoperation’“, sagte Hermann lächelnd zu Edith und erhob sich mit schmerzverzerrtem Gesicht. „Der Gnadenschuß ist mir ja heute noch einmal erspart geblieben. Morgen früh gehe ich zur Wache und melde den Vorfall. Bringst du mich zu meinem Wagen, Walter?“
Erneut wanderte der Blick des pensionierten Försters hinüber zum Waffenschrank. Aber statt eines Gewehres griff er sich die Wagenschlüssel, Hermann drückte Edith kurz an sich, und die beiden Männer verließen das Haus, dicht gefolgt von Max.
***
Das Gehen fiel Hermann noch nicht leicht. …
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